Tim Burton (geb. 25. August 1958) gehört zu den Regisseuren, die einen ganz eigenen, besonders prägnanten Stil entwickelt haben. Seine unvergleichlichen Meisterwerke sprühen vor Fantasie und Einfallsreichtum. Gleichzeitig verbinden sie Humor mit morbidem Charme.
Burton war in seiner Kindheit, die er in Burbank (Kalifornien) verbrachte, eher ruhig und unauffällig, fast schon introvertiert. Seine Mutter unterhielt einen Geschenkeladen, der schwerpunktmäßig Artikel mit Katzenmotiven verkaufte. Sein Vater arbeitete bei der städtischen Parkverwaltung. In der Schule war Burton relativ gut.
Seine Freizeit verbrachte er mit dem Zeichnen, Malen und einem ausgeprägten Konsum von Science Fiction und Horrorfilmen. Zu seinen Favoriten zählten die japanischen Godzilla-Streifen sowie der klassische Gothic Horror aus dem Hause der Hammer Studios. Dabei konnte er sich besonders für Horrorlegende Vincent Price begeistern. Aufgrund seiner Vorliebe für Gothic Horror verschlang er zudem die Klassiker Edgar Allen Poes.
Ab seinem 13 Lebensjahr drehte Burton zudem, mit einer 8mm Kamera bewaffnet, erste kleinere Filme in seiner Nachbarschaft. Dabei versuchte er seinem großen Vorbild Ray Harryhausen nachzueifern, der mit seiner „Stop and Motion“ Technik die Spezialeffekte der Fünfziger und Sechziger Jahre revolutioniert hatte, indem er Fabelwesen, Monstern und Ufos eine bis dahin nicht gekannte Authentizität einhauchte.
Nach seinem Charakterdesign Studiums am California Institute of the Arts erregte Burton mit seinem Kurzfilm „Stalk of the Celery Monster" das Interesse der Disney Studios, die ihm einen Ausbildung in ihrer Animations Abteilung anboten. In seiner Zeit bei Disney arbeitete Burton u.a. bei „Tron“, „Taran und der Zauberkessel“ sowie „Cap und Capper“ mit.
Seine Regiekarriere startete Burton direkt mit einem Blockbuster. Die Abenteuer-Komödie „Pee-Wee's irre Abenteuer“ spielte 1985 über 40 Millionen Dollar (bei Produktionskosten von sieben Millionen) ein. Die Warner Bros. Studios waren von „Pee-Wee“ derart angetan, dass sie Burton für die Neuverfilmung von Batman verpflichteten.
Noch bevor das Batman - Projekt realisiert wurde, veröffentlichte Burton mit der düsteren Komödie Beetlejuice noch einen weiteren Kassenschlager. Sein zweiter Spielfilm zeigte schon sämtliche Trademarks, die Burton zu einem der wichtigsten Filmemacher der Gegenwart werden ließen. Kein Zweiter versteht es, Witz und Humor mit märchenhaften, psychedelischen und traumhaften Elementen mit dem Feeling alter Horrorfilme zu verbinden. Dabei bestechen seine Werke durch eine extravagante Farbgebung, in der sich seine Bewunderung für Filmemacher Mario Bava widerspiegelt, der mittels Technicolor Filmmaterials seine Horrorklassiker der Sechziger und Siebziger Jahre mit einen intensiven, traumhaften, surrealen Look versehen hatte. Die Art und Weise wie Bava z.b. Horror Ikone Barbara Steele in Szene setzte ist zudem ein weiterer deutlich sichtbare Einfluss in Burtons Werk, der sich in Gestik und Mimik seiner Schauspieler äußert.
Neben zahlreichen weiteren Spielfilm Blockbustern entdeckte Burton mit Nightmare before Christmas den Animationsfilm für sich. Nachdem er mit dem Oscar nominierten Hochzeit mit einer Leiche - Corpse Bride ein weiteres Kunst- und Meisterwerk dieses Genres verwirklicht hatte, produzierte er mit „9“ von Nachwuchs-Filmemacher Rob Marshall 2009 ein weiteres Trickfilm Juwel.
Burton setzt bei Cast & Crew auf große Konsistenz. Für den Soundtrack vertraut er meist auf Musikproduzent Danny Elfmann (u.a. „Die Simpsons“). Den Song „"It's Not Unusual" von Tom Jones verwendete Burton gleich in zwei Filmen: Edward mit den Scherenhänden und Mars Attacks !. Zu seinen bevorzugten Schauspielern zählen Johnny Depp, Helena Bonham Carter, Horror-Ikone Michael Gough (die er jeweils fünfmal castete), Christopher Lee, Lisa Marie Smith und Deep Roy (die in je vier seiner Filme mitwirkten).
Ebenfalls arbeitet Burton gerne mit wiederkehrten Motiven, wie schwierigen Vater-Sohn Beziehungen, Vogelscheuchen oder toten Hunden. Eines Seiner Hauptmotive ist die Beziehung von Leben und Tod sowie imaginäre Welten dazwischen. Am deutlichsten wird dies bei Hochzeit mit einer Leiche - Corpse Bride .
Nach seiner Ehe mit der Deutschen Lena Gieseke folgten in Burtons Privatleben langjährige Beziehungen zu Schauspielerinnen, die zu den Stammbesetzungen seiner Filme zählen. In den Neunzigern war Lisa Marie Smith (u.a. Flesh Eater - Revenge of the Living Dead und Beetlejuice) die Frau an seiner Seite. Die Beziehung ging in die Brüche, als Burton 2001 bei den Dreharbeiten zu Planet der Affen Helena Bonham Carter kennenlernte. Die beiden waren bis 2014 zusammen und haben zwei gemeinsame Kinder. Johnny Depp, einer der engsten Freunde Burtons, ist ihr Patenonkel. Depp sagte in einem Interview über Burton: „Er ist eine einzigartige und Tapfere Seele, jemand, für den ich bis ans Ende der Welt gehen würde. Ich weiß genau, dass er das selbe für mich tun würde.“ Seit 2023 ist er mit der italienischen Schauspielerin Monica Bellucci liiert.
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