Tony Scott (geb. 21. Juli 1944 in North Shields in England) ist der jüngere Bruder von Ridley Scott („Alien“, Thelma & Louise, Gladiator, etc.). Mit dem Blockbuster Top Gun, dem Roadmovieklassiker True Romance und dem Sci-Fi Thriller Déjà Vu – Wettlauf gegen die Zeit konnte er selbst als Regisseur ähnliche Erfolge feiern.
Scotts Vater war Offizier in der britischen Armee. Sein ältester Bruder Frank verpflichtete sich ebenfalls dem Militär. Dadurch wuchs er hauptsächlich zusammen mit seiner Mutter und Bruder Ridley auf, mit dem er die Begeisterung fürs Kino teilte. In Ridleys erstem Kurzfilm, dem 27 minütigen Boy and Bicyle spielte Tony im Alter von sechzehn Jahren die Hauptrolle.
Nach der Schule studierte Tony Kunst an der Royal Academy of Arts mit der Absicht Maler zu werden. Nach der Ausbildung entschied er sich jedoch dazu, eine Karriere als Filmemacher einzuschlagen. Er plante ursprünglich, sich auf Dokumentationen zu spezialisieren. Sein älterer Bruder konnte ihn jedoch überzeugen bei seiner Werbefilmfirma Ridley Scott Associates (RSA) einzusteigen. So kam es, dass Tony in den Siebzigern in erster Linie Fernsehwerbespots drehte. Die einzige Ausnahme stellte 1975 die Adaption der Gruselgeschichte The Author of Beltraffio für einen französischen TV-Sender dar. RSA wurden mit der Produktion beauftragt, und da sowohl Ridley als auch Tony das Projekt umsetzen wollten, führten sie eine Entscheidung mittels eines Münzwurfs herbei, bei dem Tony als Gewinner hervorging.
Anfang der Achtziger ging Tony seinem zunehmend stärker werden Wunsch nach, Spielfilme zu drehen. Mit Metro-Goldwyn-Mayer fand er ein potenten Partner, um dieses Vorhaben in die Realität umzusetzen. MGM machten sich gerade daran, einen Vampirfilm zu realisieren und Tony erhielt den Job. Selbst hätte er gerne Interview mit einem Vampir der damals noch eher unbekannten Autorin Anne Rice verfilmt. MGM bestanden jedoch auf einer Umsetzung von Whitley Striebers Der Kuss des Todes, die von Scott dann unter dem Titel Begierde - Kein Mensch lebt ewig 1983 inszeniert wurde. Der Film mit Miriam Blaylock und Popstar David Bowie in den Hauptrollen orientierte sich von seiner Bildersprache teils merklich an Bruder Ridleys Erfolgsfilm Blade Runner.
Bei der Produktion von Starman (1984) war Tony in der engeren Auswahl für die Position des Regisseurs, er zog jedoch den Kürzeren gegen John Carpenter. Generell tat sich Scott schwer, Finanziers und ein Studio für ein weiteres Projekt zu finden, da sowohl schlechte Kritiken erhalten, als auch an den Kinokassen gefloppt war. Zu den wenigen Fans des Films zählten zu Tonys Glück jedoch Jerry Bruckheimer und Don Simpson, die ihn mit der Verfilmung von Top Gun beauftragten. Der Actionfilm über eine Gruppe junger Piloten (u.a. Tom Cruise, Val Kilmer) spielte bei einem Budget von 15 Millionen Dollar fast 400 Millionen ein. So verwundert es nicht, dass Bruckheimer und Simpson die Dreharbeiten zu Beverly Hills Cop 2 ebenfalls in die Hände von Tony Scott gaben.
Weitere Blockbuster gelangen Scott mit Tage des Donners, Crimson Tide, Staatsfeind Nr.1, Spy Game - Der Finale Countdown, Mann unter Feuer, Die Entführung der U-Bahn Pelham 123 sowie Déjà Vu – Wettlauf gegen die Zeit. Kultstatus bei Cineasten genießt Scott jedoch weniger aufgrund seiner kommerziellen Hits als vielmehr aufgrund „schrägerer“ Projekte wie Domino - Live Fast - Die Young oder der Quentin Tarantino Verfilmung True Romance.
Zu Scotts cinematografischen Markenzeichen gehören schnelle Schnittfolgen, aufwendige Set-Designs sowie der relativ häufige Gebrauch von Farbfiltern und Rauch. In den meisten seiner Filme kommen zudem Hunde vor. Scott greift immer wieder gerne auf Darsteller zurück, mit denen er schon einmal erfolgreich zusammen gearbeitet hat. Besonders gern besetzt er Rollen mit Denzel Washington und Christopher Walken.
In seiner Freizeit ist Scott begeisterter Bergsteiger. Seit 1994 ist Scott in dritter Ehe mit der Schauspielerin Donna Wilson verheiratet. Die beiden haben zwei Kinder.
Tony Scott verstarb am 19.August 2012 gegen 12:30 Ortszeit. Er beging Suizid durch einen Sprung von der Vincent Thomas Bridge im Hafenviertel San Pedro in Los Angeles.
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