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Antonio Margheriti - Biografie und Filmografie

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Antonio Margheriti - Biografie und Filmografie
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Antonio Margheriti

Biographie

Antonio Margheriti (* 19. September 1930 in Rom; † 4. November 2002 in Monterosi), wurde vor allem durch seine Actionfilme bekannt.
Dabei handelte es sich oft um trashige Kopien von Hollywood-Blockbustern, beispielsweise Geheimcode Wildgänse, das sich recht deutlich an Die Wildgänse kommen orientiert.

In seinen mehr als 50 Filmen widmete er sich aber auch anderen Genres, wie Western, Mondo, Science Fiction, Komödien und Horror.
Dabei arbeitete er oft mit bekannten Darstellern wie Anthony Quinn, Yul Brynner, Barbara Steele, Jane Birkin, Serge Gainsbourg, Christopher Lee, Udo Kier, Claude Rains, Sophia Loren, Terence Hill, Klaus Kinski, Ernest Borgnine oder Lee Majors zusammen.

Margheriti galt Zeit seines Lebens im Gegensatz zu anderen italienischen Filmemachern wie Mario Bava, die sich einen durchaus beachtlichen Ruf als Künstler erworben hatten, eher als Handwerker.
Margheritis Ziel war es vor allem, die Zuschauer zu unterhalten – dies gelang ihm mit großem Geschick, so dass er auch ohne besonderen künstlerischen Anspruch in die Riege der erfolgreichsten Italienischen Regisseure seiner Zeit aufstieg.

Sein wichtigstes Markenzeichen war der gekonnte Einsatz von Modellen, mit deren Hilfe er z.b. Explosionen in Action Filmen darstellte.
Seine Expertise im Umgang mit Modellen war es auch, die ihm die Tür in die Filmbranche öffnete.
Noch vor seiner ersten eigenen Regiearbeit entwickelte er ein Projekt zu einem Film über den Vulkanausbruch von Messina, bei dem die Zerstörung durch die Naturgewalten mittels Miniaturmodellen in Szene gesetzt werden sollten.
Zwar wurde das Projekt letztendlich nicht realisiert, dennoch empfahl der sich durch sein Show Reel für das Projekt für seinen ersten Posten auf dem Regiestuhl.
Space Men (1960), ein Science Fiction Film mit einem farbigen Mann und einer jungen Frau in den Hauptrollen.
Damit hob sich Margheriti deutlich vom damals teils recht offen vorhandenen Rassismus und Sexismus in diesem Genre ab.

Margheriti war der jüngste von vier Söhnen des Eisenbahningenieurs Luigi und seiner Frau Pierina.
Zu Beginn des zweiten Weltkriegs zog die Familie nach Verona.
Antonios erster Lebensplan war eine Karriere als Fußballprofi und er spielte eine Saison in der Mannschaft von Verona, die damals in der dritten Italienischen Liga war.
Eine Sportverletzung beendete seine Hoffnungen jedoch frühzeitig.

Ende der Vierziger kehrte die Familie nach Rom zurück und Margheriti nahm ein Ingenieursstudium auf, das er nach einem Jahr wieder abbrach, da er lieber ins Filmgeschäft einsteigen wollte.

Anfang der Fünfziger begann Margheriti mit dem Drehen von Dokumentationen und Werbefilmen.
1953 heiratete er Miranda Bonardi (die spätere Mutter seiner beiden Kinder Antonella und Edoardo).
Ab Mitte des Jahrzehnts verdingte sich Margheriti als Fachmann für Spezialeffekte und Kulissenbau.

Für die US-Version seines ersten Films Space Men wählte er das Pseudonym Anthony Daisies, das jedoch auf Drängen der Verleihfirma in Anthony M. Dawson geändert wurde, da diese befürchtete Daisies könnte als Anspielung auf Homosexualität verstanden werden.

1963 gelang es Margheriti mit Das Schloß des Grauens einen Klassiker des Gothic Horror zu schaffen.
Vielen Kritikern gilt dieser Streifen als sein Meisterwerk.

Ende der Sechziger gründete Margheriti seine eigene Produktionsfirma Edo Cinematografica, zu deren wichtigsten Output der 1969 in Deutschland gedrehte Thriller Schreie in der Nacht gehörte.

1971 wurde Margheriti des Produzierens leid und beschränkte sich bei Dracula im Schloß des Schreckens (einem Remake von „Das Schloß des Grauens“) wieder auf das Regieführen.
Damit sicherte er sich einen Eintrag ins Guinness Buch der Rekorde, als erster Regisseur, der ein Remake eines eigenen Films drehte.

Es folgten zahlreiche Streifen aus verschiedenen Genres bis Margheriti 1980 mit Asphalt-Kannibalen ein Highlight des Splatterkinos auf die Leinwand brachte, bei dem sich ähnlich wie bei Grossangriff der Zombies (Umberto Lenzi) die infizierten Genre-untypischen Schusswaffen verwenden, um ihre Opfer zu erlegen.

Der Rest der Achtziger stand vor allem im Zeichen von Söldner-, Kriegs- und Vietnamfilmen, die sich oftmals an US-Vorbildern Apocalypse Now, Die durch die Hölle gehen) orientierten.

Nachdem Margheritis letzter Film Zwei Fäuste Für Miami (eine Mischung aus Krimi, Science Fiction und Klamauk mit Terence Hill in der Hauptrolle) von der Kritik total verrissen wurde und an den Kassen flopte, zog er sich aus dem Filmgeschäft zurück. 2002 erlag Margheriti den Folgen einer Herzattacke.

Filmographie

  • 1957 - Presentimento
  • 1957 - Class of Iron (Classe di ferro)
  • 1958 - Der Schnorchel (The Snorkel)
  • 1958 - Legs of Gold (Gambe d'oro)
  • 1959 - Roulotte e roulette
  • 1960 - Space Men (Assignment Outer Space)
  • 1961 - Il pianeta degli uomini spenti (Battle of the Worlds)
  • 1962 - Der goldene Pfeil (La freccia d'oro)
  • 1963 - La danza macabra
  • 1963 - Die Zerstörung Roms (Il Crollo di Roma)
  • 1963 - Das Schloß des Grauens / Die Gruft der lebenden Leichen (La Vergine di Norimberga)
  • 1964 - Soraya - Sklavin des Orients / Anthar - Rächer der Sklaven (Anthar l'invincibile)
  • 1964 - Mondo Inferno - Alle Sünden dieser Welt (Pelo nel mondo)
  • 1964 - Ursus greift ein / Ursus und die Sklavin des Teufels / Ursus, Schrecken der Kirgisen (Ursus, il terrore dei Kirghisi)
  • 1964 - Die Giganten von Rom (I Giganti di Roma)
  • 1964 - I lunghi capelli della morte (The Long Hair of Death)
  • 1965 - Raumschiff Alpha (I Criminali della galassia)
  • 1965 - Tödliche Nebel / Planet der Verdammten / In der Gewalt des Todesnebels (I Diafanoidi vengono da Marte)
  • 1965 - Orion 3000 - Raumfahrt des Grauens (Il Pianeta Errante)
  • 1965 - Dämonen aus dem All (La Morte viene dal Pianeta Aytin)
  • 1966 - Bob Fleming - Mission Casablanca (A077 Sfida ai Killer)
  • 1966 - Gemini 13 – Todesstrahlen auf Kap Canaveral (Operazione Goldman)
  • 1967 - Vier Halleluja für Dynamit-Joe / Der Tod reitet mit (Joe l`implacabile)
  • 1968 - Sieben Jungfrauen für den Teufel
  • 1968 - Io ti amo
  • 1968 - Vengeance - Fünf blutige Stricke
  • 1969 - Schreie in der Nacht
  • 1969 - Satan der Rache (E Dio disse a Caino)
  • 1971 - Dracula im Schloß des Schreckens
  • 1972 - Novelle galeotte d'amore
  • 1972 - Die Schatzinsel (Traesure Island)
  • 1972 - Finalmente... le mille e una notte (House of 1.000 Pleasures)
  • 1973 - 7 Tote in den Augen der Katze
  • 1973 - Mister Unsichtbar (L'inafferrabile, invincibile Mr Invisibile)
  • 1973 - Zwei Tolle Hunde in HongKong
  • 1974 - Manone il ladrone
  • 1974 - Whisky e fantasmi (Whisky and Ghosts)
  • 1974 - In meiner Wut wieg' ich vier Zentner / Kung Fu im Wilden Westen (Là dove non batte il sole)
  • 1975 - Rudeness (Lo Sgarbo)
  • 1975 - Einen vor den Latz geknallt / Tote brauchen keine Dollars (Take a Hard Ride)
  • 1976 - Höllenhunde bellen zum Gebet (Con la rabbia agli occhi)
  • 1977 - Gretchko / Der Diamantencoup (The Squeeze)
  • 1979 - Killerfisch - Piranhas 2
  • 1990 - Indio II - Die Revolte (Indio 2 – La Rivolta)
  • 1992 - Genghis Khan
  • 1996 - Virtual Weapon / Zwei Fäuste Für Miami (Cyberflic)

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